29. Mai 2025 Sonnig Frühling 3 min

Himmelfahrt im Garten

Himmelfahrt im Garten

Ein Feiertag mit Frühstart

Schon am Morgen war etwas anders.
Elise machte heute keine Runde. Das Mähschaf bekam frei.
Der Hai schloss freiwillig sein Klemmbrett in den Schrank.

„Heute wird nicht organisiert“, sagte er. „Heute wird... zelebriert.“

„Schnapsidee?“, fragte das Känguru.
„Nein. Feiertagsidee.“

Der Waschbär hatte bereits eine Playlist erstellt: „Himmelfahrt – die Playlist zwischen Himmel und Hopfen“
Kroko schob den Grill raus.
Uschi streute Lavendel auf die Tischdecken.
Tigerlein stellte Mikro und Kamera auf.
Mozart las aus einer alten Festschrift von 1892: „Das Fest als Form der Weltzuwendung“.


Jeder bringt was mit

Gegen Mittag trudelten alle ein.
Stinkerle mit einer Kiste selbstgebrautem „Radl-Stoff“ („leicht, aber mit Drehmoment“),
Lara mit einer Karaffe Hollunder-Sprudel,
die Küchenkatzen mit einer Plattensammlung aus französischem Funk,
und schließlich – natürlich – Odin.

Er trug wie immer Würde, aber auch – zur Überraschung aller – ein Strohhut mit Sonnenblende.
„Wenn schon feiern, dann mit Stil.“

„Ich hab Sehnsucht gehabt“, sagte er.
„Und Durst“, ergänzte das Känguru und reichte ihm ein Bier.


Ein Fest mit Rhythmus

Am Nachmittag wurde der Garten lebendig.
Das Vogelbad wurde zur Cocktailbar für Spatzen (mit Minze und Mini-Schirmchen).
Das Mähschaf drehte gemütlich dekoriert seine Runden – mit einer kleinen Girlande am Gehäuse.
Stinkerle hatte Boxen aufgestellt – selbstgebaut, aber klangvoll.
Die Musik mischte Funk, Italo-Disco und zwei ESC-Klassiker vom Samstag.

Der Hai stellte ein Schild auf:
„Hinweis: Abweichung von der Lärmschutzverordnung heute genehmigt.“

Das Känguru begann zu tanzen – barfuß. Der Waschbär folgte mit Jonglierbewegungen.
Lara tanzte langsam im Takt, wie ein Sonnenstrahl in Bewegung.
Uschi servierte kalte Melonensuppe mit Minze – „weil auch Feste Frische brauchen“.


Die Himmelfahrtsrede

Kurz vor dem Abend rief Tigerlein alle zusammen.
Er trat auf einen Gartenstuhl, räusperte sich – und hielt eine improvisierte Himmelfahrtsrede:

„Heute steigen wir nicht in den Himmel,

sondern lassen ihn runter zu uns.

Mit jedem Lachen, jedem Glas, jedem Blick, der weich ist.

Wir feiern das Oben, das wir uns selbst machen.

Prost!“

Mozart sagte leise: „Der beste Himmel ist der, den man schmecken kann.“


Ein Abend mit Licht

Der Grill glühte noch lange.
Kroko brutzelte Würste, Zucchinispieße, Halloumi im Lavendelblatt.
Die Luft war schwer vom Duft der Dämmerung, warm von Geschichten.
Am Ende saßen alle im Kreis – auf Decken, Kissen, auf dem Rasen.
Ein leises Lied lief im Hintergrund.
Die Gläser waren halbvoll, die Herzen ganz.

Odin hob sein Glas.
„Ich bin nicht wegen des Wetters gekommen. Sondern wegen euch. Das ist mein Feiertag.“


Und so wurde dieser Donnerstag zu einem Fest für alle Sinne – zwischen Grill, Gras und Gelächter. Und während der Himmel langsam rosa wurde, wussten alle: Es war ein guter Tag, um einfach zu leben.