Es war einer dieser Sonntage, an denen die Sonne bereits am frühen Morgen wie ein großer, goldener Pfannkuchen am Himmel hing. Kein Wölkchen, keine Gnade. Die Terrasse flimmerte, der Lavendel duftete fast zu intensiv, und selbst das Mähschaf hatte sich in den Schatten unter den Apfelbaum verzogen.
Uschi, ausgestattet mit Sonnenhut, Sandalen und einer kleinen Tasche voller Cremes, Peelings und Feuchtigkeitssprays, trat aus der Terrassentür. Sie hatte sich den heutigen Tag reserviert. Nur für sich. Für ihren Körper, ihre Pfoten, ihre Seele. Ein Beauty-Tag – draußen, am neuen Pool. Endlich.
„Heute lasse ich mich nicht stören“, sagte sie zu sich selbst. „Kein Putzen, kein Kochen, keine Organisation. Nur ich und die Sonne, ich und das Wasser.“
Sie legte ihr Handtuch auf die schönste der neuen Poolliegen, stellte ein Tablett mit Wasserkaraffe, Erdbeeren und einem Krug mit Gurkenwasser bereit, nahm Platz und schloss die Augen.
Keine fünf Minuten später hörte sie ein lautes Platschen. Kroko.
„Ha! Bestes Wasser bisher! Ich schwör's!“, rief er und schlug mit dem Schwanz fröhlich Wellen.
„Kroko... bitte! Ich wollte gerade in die Stille eintauchen“, sagte Uschi mit einem gequälten Lächeln.
„Achso! Sorry! Ich bin ganz leise, versprochen.“ Doch natürlich wurde es nicht leiser, sondern nur noch nasser. Denn kaum war Kroko drin, kam Tigerlein mit einem Cocktail in der Pfote – Mango, Minze, ein Schirmchen. „Ich hab was für mein neues Podcast-Segment vorbereitet: Interviews vom Beckenrand!“
Uschi setzte sich auf. „Bitte was?“
Tigerlein lächelte charmant. „Ich interviewe heute spontane Poolgäste zum Thema ‚Sommergefühl‘. Ganz locker, ganz chillig.“
Dann kamen die Küchenkatzen. Mit zwei Sonnenhüten und einer halben Tüte Thunfischchips. Sie legten sich in den Schattenbereich, direkt neben Uschi. „Wir beobachten nur“, sagten sie synchron. Doch das Knistern der Chips war alles andere als leise.
Stinkerle hatte sein neu gebautes Filtergerät dabei, das er heute testen wollte. Und Waschbär reinigte zum dritten Mal die Folie am Beckenrand mit seiner selbst gemischten Lavendel-Seifenlösung.
Der Hai erschien mit einem Clipboard und rief Badezeiten aus: „Abschnitt A ist für Schwimmer. Abschnitt B für Planscher. Abschnitt C für Ruheruhe. Bitte entsprechend einordnen!“
„Ich BIN Ruheruhe!“, rief Uschi und vergrub ihr Gesicht in ein nasses Handtuch.
Odin tauchte aus dem Schatten auf, elegant wie immer, nickte allen zu, stellte eine Karaffe mit Zitruswasser ab, setzte sich auf den Liegestuhl neben Uschi und sagte: „Manchmal ist Ruhe ein Zustand inmitten des Chaos.“
Uschi blickte ihn an. „Weißt du was? Du hast recht.“
Sie nahm ihre Augenmaske, legte sich zurück, schaltete das Quietschen, Platschen und Reden aus und konzentrierte sich auf ihren Atem, auf die Sonne, auf die Lavendelbrise.
Und siehe da – mitten im Chaos fand sie ihre Ruhe.
Am Abend, als alle abgetrocknet, satt und ein wenig schläfrig waren, bereitete Uschi für alle eine Runde Pfotenmasken mit Joghurt und Gurke vor. Es wurde still. Sanft. Der Sonnenuntergang spiegelte sich im Pool, wie ein letzter stiller Dank an einen Tag, der nicht so lief wie geplant – sondern besser.