Ein letztes Fest?
Es war Fastnachtsdienstag, der letzte Tag der närrischen Zeit. Die bunten Girlanden hingen noch an den Wänden, in den Ecken lagen verstreute Konfetti-Reste, und der Duft von Krapfen lag wie ein süßer Schleier in der Luft.
Die Tiere saßen träge am Tisch und ließen die letzten Tage Revue passieren.
„Also… das war eine großartige Faschingszeit!“, sagte Uschi zufrieden.
„Das Buffet war legendär“, murmelte der Hai.
„Die Schnapspralinen waren revolutionär!“, fügte das Känguru hinzu.
„Eher eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit“, korrigierte Mozart trocken.
„Und unser Rosenmontagsumzug war doch wohl der Hammer!“, rief der Waschbär begeistert.
Alle nickten zustimmend. Doch dann wurde es kurz still.
„Und jetzt?“, fragte Kroko.
„Jetzt?“, wiederholte das Känguru. „Jetzt kommt doch erst das große Finale!“
Die anderen sahen es verwirrt an.
„Aber… Fastnacht ist doch fast vorbei“, meinte Uschi.
„Und genau deshalb brauchen wir einen würdigen Abschluss!“ Das Känguru sprang auf den Tisch. „Einen letzten, großen Faschingsmoment, bevor der Ernst des Lebens wieder beginnt!“
Der Waschbär sprang auf. „Ich bin dabei!“
Mozart seufzte. „Ich habe das Gefühl, das wird wieder chaotisch.“
Der letzte närrische Akt
Das Känguru hatte einen Plan: Eine große Fastnachts-Abschiedszeremonie mit allem, was dazugehörte – Musik, Tanz und einem großen Feuerwerk aus Konfetti.
Der Waschbär bastelte aus Luftschlangen und alten Pappkartons eine improvisierte Bühne.
Kroko kümmerte sich um den kulinarischen Part („Keine Schnapspralinen diesmal, versprochen!“).
Uschi bereitete eine kleine feierliche Rede vor, um die Faschingszeit offiziell zu verabschieden.
Und Mozart? Der beobachtete alles mit einer Mischung aus Neugier und leiser Skepsis.
„Was machst du eigentlich?“, fragte der Hai, als Mozart sich an einen Sessel setzte.
Der alte Bär lächelte. „Ich beobachte den letzten Funken des Faschings, bevor er verlischt.“
„Klingt philosophisch.“
„Fasching ist wie eine Symphonie“, erklärte Mozart. „Man beginnt voller Energie, erreicht einen Höhepunkt – und am Ende klingt alles langsam aus. Aber genau das macht es besonders.“
„Oder…“, grinste das Känguru, „wir sorgen für einen spektakulären Schlussakkord!“
Das Finale beginnt
Der Abend kam, und die Tiere versammelten sich um ihre kleine Bühne.
Uschi trat vor und hob feierlich eine Krapfen-Gabel in die Luft.
„Liebe Freunde, närrische Gestalten und kamellewerfende Wesen! Heute verabschieden wir die fünfte Jahreszeit mit einem Lächeln – denn Fasching kehrt immer wieder! Und nun… Bühne frei!“
Die Musik setzte ein (der Waschbär hatte einen Lautsprecher mit Karnevalsliedern gefunden), und das Känguru eröffnete das letzte große Spektakel mit einem improvisierten Tanz.
Der Waschbär hatte eine kleine Nummer vorbereitet, in der er eine Kamelle-Jonglage vorführte (die aber nach drei Sekunden in einer Süßigkeiten-Lawine endete).
Kroko präsentierte voller Stolz eine gigantische Portion Fastnachtsgebäck.
„Und jetzt… der große Moment!“, rief das Känguru.
Es zog an einer selbstgebauten Konfetti-Kanone, die es heimlich vorbereitet hatte – doch anstatt eines eleganten Konfetti-Regens gab es einen lauten PFFFFFT! und eine gigantische Ladung bunter Papierschnipsel schoss direkt in die Luft… und dann direkt auf Mozart.
Der alte Bär war plötzlich über und über mit Konfetti bedeckt.
Stille.
Dann brach lautes Lachen aus.
„Das war… wirklich ein würdiger Abschluss“, murmelte Mozart und schüttelte lachend das Konfetti aus seinem Fell.
Der letzte Krapfen
Als die Musik langsam verklang, machten es sich die Tiere noch einmal gemütlich.
Mozart nahm sich nachdenklich einen Krapfen. „Fasching endet, wie alles endet. Aber es gibt immer ein nächstes Jahr.“
„Na klar!“, rief das Känguru. „Nächstes Jahr wird es NOCH GRÖSSER!“
„Aber ohne Schnapspralinen!“, warf der Hai ein.
„Vielleicht…“, meinte das Känguru mit einem Zwinkern.
Die Tiere stießen mit ihren Kakaotassen an, und draußen wehte ein letzter Luftschlangenfetzen durch das offene Fenster.
Fastnacht war vorbei – aber die Erinnerungen blieben.