21. Februar 2025 Sonnig Frühling 3 min

Das Känguru und die Wahlplakate

Das Känguru und die Wahlplakate

Es war ein sonniger Vormittag, als das Känguru mit einem Becher Kaffee durch das Dorf hüpfte. Überall hingen Wahlplakate. Große, kleine, bunte – und alle hatten eins gemeinsam: Sie waren unglaublich langweilig.

„Mehr Fortschritt wagen“, las das Känguru auf einem Plakat.

„Zukunft gestalten“, stand auf einem anderen.

„Mit Erfahrung in die Zukunft“, versprach ein drittes.

Das Känguru seufzte. „Das ist ja alles furchtbar generisch. Die meinen doch alle dasselbe.“

Gerade als es weitergehen wollte, stieß es auf ein besonders großes Plakat mit einem grinsenden Politiker. Darunter stand:

„Für eine bessere Zukunft!“

Das Känguru nahm einen Schluck Kaffee. Dann sah es sich um. Dann kam ihm eine Idee.


Die verbesserte Version

Eine halbe Stunde später stand das Känguru mit einem Edding, ein paar Stickern und einer Rolle bunter Klebefolie wieder vor dem Plakat.

„Eine bessere Zukunft ist ja gut“, murmelte es, „aber was wäre, wenn sie noch besser wäre?“

Es zog die Kappe vom Edding und kritzelte eine kleine Ergänzung.

„Für eine bessere Zukunft – MIT MEHR SCHNITTCHEN!“

Zufrieden trat es einen Schritt zurück. „Das ist doch mal eine realistische Forderung.“

Aber dabei blieb es nicht.

Ein weiteres Plakat, das nur „Mehr Sicherheit für alle“ versprach, bekam eine neue Zeile:

„Mehr Sicherheit für alle – ABER AUCH MEHR KEKSE!“

„Jetzt wird’s sinnvoll“, sagte das Känguru und zog weiter.


Die Wahlplakat-Revolution

In den nächsten Stunden verbreitete das Känguru überall seine kreative Handschrift.

Ein Plakat, auf dem einfach nur „Wählen gehen!“ stand, bekam ein wichtiges Update:

„Wählen gehen – ODER DAS KÄNGURU WIRD ENTÄUSCHT!“

Ein weiteres, das „Neue Chancen für Deutschland“ versprach, wurde verfeinert zu:

„Neue Chancen für Deutschland – UND EIN FAIRE VERTEILUNG VON SCHNAPS-PRALINEN!“

Schließlich blieb das Känguru vor einem letzten Plakat stehen.

„Deutschland kann mehr“, las es.

Es überlegte. Dann nahm es einen Sticker und schrieb:

„Deutschland kann mehr – zum Beispiel einen Feiertag für Kängurus einführen.“

Dann lehnte es sich zufrieden zurück.

„So, das reicht für heute.“


Das unerwartete Echo

Am nächsten Morgen war das Dorf in Aufruhr.

„Hast du die Wahlplakate gesehen?“ fragte Uschi, als sie in die Küche kam.

„Ja!“, rief der Waschbär. „Irgendwer hat sie verbessert!“

„Sie sind… lustiger geworden“, meinte das Krokodil und biss nachdenklich in ein Stück Brot.

„Ich frage mich, wer das war“, sagte der Hai mit einem wissenden Blick.

In diesem Moment trat das Känguru in die Küche und setzte sich unauffällig auf seinen Platz.

„Tja“, sagte es, „vielleicht war es einfach jemand, der politische Botschaften klarer und verständlicher machen wollte.“

Die anderen sahen es mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Du hast Glück, dass dich niemand erwischt hat“, murmelte Odin.

„Pah“, winkte das Känguru ab. „Ich habe nur etwas getan, was längst überfällig war.“

„Und wenn du erwischt wirst?“ fragte Stinkerle.

„Dann erkläre ich ihnen, dass Deutschland tatsächlich mehr kann – zum Beispiel mehr Humor vertragen.“

Alle lachten.

Und draußen, im Dorf, blieben die Plakate noch eine ganze Weile unverändert hängen – zur großen Freude vieler Bürger.