Ein Traum wird wahr
Schon seit Wochen sprach Kroko von nichts anderem. Immer wieder hatte er in Katalogen geblättert, Online-Rezensionen vorgelesen, Prospekte verglichen und selbst der Hai hatte irgendwann einsehen müssen: Dieser Pizzaofen wird kommen.
Am Freitagmorgen stand er im Garten. Rund, massiv, ein bisschen wie ein zu klein geratener Vulkan aus Metall. Und für Kroko der Inbegriff von Glück.
„Jetzt ist es endlich so weit“, brummte er zufrieden. „Jetzt wird Pizza gemacht. Richtig. Echtes Feuer. Echter Geschmack. Das Leben kann so einfach sein.“
Der Hai notierte sachlich: „Anschaffung: genehmigt. Nutzen: hoch. Risiko: überschaubar.“
Uschi lächelte. „Pizza ist Liebe.“
„Und Wärme“, ergänzte Lara, die schon frische Kräuter zupfte.
Vorbereitungen mit System und Chaos
Der Nachmittag war ein einziges, fröhliches Treiben. Überall standen Schüsseln, Teige wurden geknetet, Tomaten gehackt, Mozzarella gezupft. Uschi bereitete eine Gemüseplatte vor, der Waschbär experimentierte mit exotischen Belägen („Wassermelone! Gorgonzola! Irgendwas mit Senf!“), das Känguru bestand auf eine Pizza mit Schnapspralinen – nur zum Test, natürlich.
Tigerlein filmte alles. „Für das große Sommerarchiv. Titel: ‚Ein Ofen, viele Träume.‘“
Der Hai sorgte für klare Abläufe. „Station 1: Teig. Station 2: Belag. Station 3: Ofen. Station 4: Genuss.“
„Station 5: Verdauungsschlaf“, murmelte Kroko zufrieden.
Odin kommt zu Besuch
Am späten Nachmittag kam Odin vorbei. Der alte Tiger aus dem Erdgeschoss war nicht oft draußen, aber für Pizza – für gute Pizza – machte er gern eine Ausnahme.
„Ein Pizzaofen“, sagte er anerkennend, „ist ein Zeichen von Reife und Geschmack.“
„Und von Hunger“, ergänzte Kroko.
Mozart und Odin setzten sich gemeinsam unter den Apfelbaum, betrachteten das Geschehen mit der Gelassenheit jener, die wissen, dass gutes Essen Zeit braucht.
„In der Antike“, sagte Mozart, „war das Brot das Maß aller Dinge. Heute ist es der Pizzateig.“
„Und morgen?“, fragte Odin.
„Morgen bleibt immer Geschmack.“
Das große Backen beginnt
Der erste Teig ging aufs Blech, dann in den Ofen. Die Hitze war enorm, der Duft noch besser.
Kroko wachte mit argwöhnischem Blick über jedes Einschieben, jedes Herausnehmen, jedes Drehen der Pizza.
„Ein Hauch zu lang, und du hast Kohle statt Kruste“, mahnte er. „Ein Hauch zu wenig, und du kaust auf Gummi.“
„Oder du genießt einfach, was da ist“, schlug Uschi vor und schob ihre vegetarische Kreation nach.
„Oder du dokumentierst alles“, grinste Tigerlein.
Der Waschbär verkohlte eine Wassermelonen-Gorgonzola-Variante, was alle anderen sehr erleichterte.
Ein Abend voller Geschmack
Der Abend wurde golden. Auf dem Tisch standen Pizzen in allen Varianten: klassisch Margherita, Kroko’s Spezial mit Salami und extra Käse, Uschis zarte Zucchini-Version, eine abenteuerliche Kombination des Waschbären (ohne Publikum) und schließlich ein stilles, aber perfektes Exemplar von Mozart – schlicht, schlichtweg gut.
„Essen ist ein Akt der Kultur“, sagte Odin und hob sein Glas.
„Und ein bisschen Kunst“, ergänzte Lara.
„Vor allem aber ist es lecker“, beschloss Kroko.
Der perfekte Freitagabend
Später saßen sie noch lange zusammen. Der Pizzaofen glühte langsam aus. Elise summte diskret am Rande, das Mähschaf döste im Schatten.
„Ein guter Freitag“, sagte Uschi zufrieden.
„Ein hervorragender Freitag“, korrigierte der Hai und setzte ein Häkchen unter ‚Projekt Pizzagenuss erfolgreich abgeschlossen‘.
Mozart nickte. „Man sollte den Ofen nicht nach der ersten Pizza bewerten, sondern nach dem Lächeln der Gäste.“
Kroko lehnte sich zurück, rieb sich zufrieden den Bauch und brummte:
„Nächste Woche machen wir Lasagne.“
Alle fanden: Das klang nach einem sehr vernünftigen Plan.