28. Februar 2025 Schnee Fasching 4 min

Mozart und die verlorene Perücke

Mozart und die verlorene Perücke

Eine große Inszenierung

Der Faschingsabend war in vollem Gange. Überall im Haus hingen bunte Girlanden, und auf dem Tisch in der Küche stapelten sich köstliche Kräppel, die nach Puderzucker dufteten. Die Tiere waren voller Vorfreude, denn heute sollte ein ganz besonderes Ereignis stattfinden: Das große Barock-Konzert!

Mozart, der alte Bär, war der Ehrengast des Abends. Nicht nur, weil er so hieß wie der berühmte Komponist, sondern weil er eine echte Vorliebe für klassische Musik hatte. Die Idee war, dass er sich als Wolfgang Amadeus Mozart verkleidete, während Uschi das Nilpferd den Tanzpart übernahm und Kroko mit einer Pauke für den dramatischen Rhythmus sorgte.

„Aber eine Sache fehlt noch…“, murmelte der Hai, während er sich die Flossen rieb.

„Genau!“, rief das Känguru. „Die barocke Perücke! Kein Mozart ohne diese prachtvolle, schneeweiße Lockenpracht!“

„Wo ist sie eigentlich?“, fragte der Waschbär.

Mozart streichelte sich nachdenklich über den Kopf. „Sie sollte doch hier sein…“

Doch da war sie nicht.

Und damit nahm das Unheil seinen Lauf.


Die verzweifelte Suche

Panik brach aus. Die Perücke war spurlos verschwunden.

„Hat sie jemand genommen?“, fragte Uschi.

„Vielleicht ist sie weggeflogen?“, mutmaßte Kroko.

„Eine fliegende Perücke?“, fragte der Hai skeptisch.

„Es gibt merkwürdigere Dinge“, meinte der Waschbär und zuckte mit den Schultern.

Mozart seufzte. „Ohne die Perücke kann ich unmöglich auftreten. Das wäre ja, als würde man eine Symphonie ohne Violinen spielen!“

„Oder eine Torte ohne Sahne!“, fügte Uschi betroffen hinzu.

„Oder eine Oper ohne Drama!“, rief Kroko theatralisch.

„Genau!“, rief das Känguru. „Wir müssen sie finden!“


Eine Spur von Puderzucker

Die Tiere durchsuchten das ganze Wohnzimmer. Der Waschbär kroch unter das Sofa, der Hai inspizierte das Bücherregal, und das Känguru sprang auf einen Stuhl, um auf die hohen Regale zu sehen.

Nichts.

Dann fiel Uschi etwas auf.

„Moment mal… seht euch das an!“

Auf dem Tisch mit den Kräppeln lag eine Spur von Puderzucker – und darin ein verräterischer Abdruck.

„Das sieht aus wie… Locken?“

„Ha!“ rief der Hai. „Die Perücke muss irgendwo in der Nähe sein!“

Sie folgten der süßen Spur bis in die Küche – und blieben abrupt stehen.

Dort saß Kroko am Tisch. Vor ihm stand ein Teller mit einem Kräppel. Und…

…auf seinem Kopf thronte die gesuchte barocke Perücke.


Krokos glänzender Auftritt

„Kroko!“ rief das Känguru. „Was hast du da auf dem Kopf?!“

Das Krokodil sah unschuldig auf. „Ach, das hier? Ich hab sie gefunden! Sie lag neben den Kräppeln. Und ehrlich gesagt… sie ist ziemlich bequem.“

Mozart war fassungslos. „Du hast meine Perücke getragen?!“

„Nur mal anprobiert!“, verteidigte sich Kroko. „Und dann habe ich mich ein bisschen wie ein König gefühlt. Oder wie Ludwig der Vierzehnte!“

„Ludwig der Vierzehnte?!“, japste der Waschbär. „Der war nicht mal Komponist!“

„Aber er hatte Stil“, meinte Kroko und richtete die Perücke stolz zurecht.

Mozart nahm die Pfoten zusammen. „Kroko, mein Freund. Ich brauche meine Perücke. Ohne sie kann ich nicht auftreten.“

Kroko überlegte kurz – und setzte sie dann seufzend ab. „Na gut. Aber nur, wenn ich als Ehrengast vorne sitzen darf.“

„Deal!“, rief Uschi.

Und so hatte Mozart seine Perücke zurück.


Ein musikalisches Finale

Kurz darauf begann das große Faschingskonzert.

Mozart setzte sich ans imaginäre Cembalo (das in Wahrheit ein Hocker mit einer Pappklaviatur war) und begann mit einem eindrucksvollen Da-dam-dam-dam! – während Uschi in barocker Eleganz eine Pirouette drehte und Kroko mit einer Pauke für den dramatischen Rhythmus sorgte.

Das Publikum – bestehend aus den anderen Tieren – applaudierte begeistert.

Und als die Vorstellung zu Ende war, stießen sie mit heißem Kakao an.

„Ich muss zugeben“, sagte Mozart schmunzelnd, „diese Faschingsaufführung hatte mehr Drama als so manch eine Oper.“

„Und eine fliegende Perücke!“, lachte der Waschbär.

„Daran werde ich mich ewig erinnern!“, rief Kroko.

Und so wurde es ein unvergesslicher Abend – voller Musik, Kräppel und einer ganz besonderen Perücke.