24. September 2025 Sonnig Herbst 5 min

Poolpause – Stinkerle, der Waschbär & der Winterplan

Poolpause – Stinkerle, der Waschbär & der Winterplan

1) Morgenbeschluss am Beckenrand

Der Wind strich kühl über die Fliesen, die Kastanie ließ ein paar späte Blätter schicken, als wollte sie noch einmal winken. Stinkerle klopfte mit der Pfote an den Skimmerdeckel – tok – und nickte. „Zeit für Version Winter.“

Der Waschbär brachte zwei Eimer, eine Bürste mit bunten Borsten und ein Lappenpaket. „Ich liefere Gestaltung im Schaum.“

Der Hai kam mit Tablet (Hybridbetrieb, verlässlich), hob die Flosse: Projekt: Pool – Winterfest. Punkte: Wasserstand senken, Leitungen entleeren, Filter reinigen, Wände schrubben, Plane spannen, Etiketten setzen.

Uschi stellte eine Kanne Sencha hin – „für klare Entscheidungen“ – und verteilte Handschuhe. Kroko rückte den Schlauchwagen zurecht, Elise surrte eine konzentrierte Runde um die Terrassenstühle. Am Zaun blinkte Raseline ein aufmerksames E; das Mähschaf parkte im Schuppen, „Einsatz auf Abruf“.

„Gut“, sagte Stinkerle und zeigte auf die Ablasspumpe. „Version 2.1, optimierte Laufruhe, garantiert minzduftfrei.“ – „Endlich“, lachte der Hai.


2) Wasser geht, Arbeit kommt

Der Schlauch legte sich in weichen Schleifen Richtung Beet, wo der Boden dankbar trank. Ein leises glugg vibrierte in der Pumpe – Stinkerle hörte hin wie ein Arzt am Herzen. „Gesund“, diagnostizierte er.

Der Waschbär stieg über die Leiter ins Becken, die bunten Borsten zuckten. „Ich beginne mit den Sommergeschichten.“ Er strich Kreise aus Sonnencremeschatten, tanzte über feine Laubränder, ließ den Rand unter der Wasserkante wieder zu Rand werden.

„Bitte Leitungsentlüftung koordinieren“, bat der weiße Tiger, der mit dem Schlüsselset kam. Stinkerle drehte drei Hähne, pustete kurz, dass die Leitungen einmal „Winter“ sagten.

Lara legte am Radio ein ruhiges Bett aus Tönen – Haus & Lauschen – Abschied vom Wasser –, nahm das Mikro aber nur für einen einzigen Moment hoch: das erste Luftblasen-Lachen, als die Pumpe griff. Tigerlein filmte die Spiegelfläche, die langsam tiefer rutschte, und schrieb: Der Sommer zieht in den Boden um.

Uschi reichte Tücher. „Wischt, was sich löst. Lasst, was bleiben darf: die kleinen Kratzer sind Erinnerung.“


3) Schrubben, Schrauben, Schmunzeln

Als der Wasserstand die unterste Düse freigab, kniete Stinkerle mit einem kleinen Steckschlüsselset: „Haube ab, Dichtung prüfen, Wintergruß.“ Der Hai hielt die Teile in Reihen – links sauber, rechts „gleich sauber“ – und notierte Maße, nicht aus Zwang, sondern aus Zuneigung zur Wiederkehr.

Der Waschbär fand eine vergessene, harte Gummiente im Skimmerkorb. „Fundstück: Schwimmer.“ Er stellte sie auf die Fliesen, der Tiger auf der Fensterbank setzte im Kondens der Scheibe einen winzigen Punkt daneben: Signatur der Qualitätskontrolle.

Kroko rührte in einem Eimer Reinigerschaum, der aussah wie Bergspitzen im Kleinformat. „Geruch: neutral, Wirkung: ehrlich.“

Odin kam herauf, sah freundlich ernst auf das sinkende Wasser. „Wichtig ist, dass man Dinge rechtzeitig schlafen legt. Sonst träumen sie schlecht.“

Das Känguru trug Platten der Abdeckung aus dem Keller, pfeifend. „Mitwirkung im Stehen und Heben – funktioniert.“

„Etiketten bereit“, meldete Stinkerle und ließ den Printer surren: POOL – WINTER 25/26 – Leitungen leer / Ventile offen / Plane gespannt (Duft: minzleise, aber nur auf dem Papier, man schwört).


4) Plane, die wie ein Schlusswort liegt

Gegen Mittag glitzerte am Beckenboden ein letzter, flacher Spiegel, dann war er fort. Der Hai blies durch das letzte Rohr – pfft –, nickte zufrieden. Stinkerle steckte die Kappen auf, zog sanft fest.

„Plane in drei, zwei, eins“, kommandierte der weiße Tiger. Der Waschbär warf das grüne Tuch mit einem kleinen Übermut, Stinkerle führte, der Hai spannte, Kroko fixierte die Ösen, das Känguru hielt gegen den Wind. Die Plane lag, erst unruhig, dann glatt, dann sicher.

Uschi steckte an zwei Ecken kleine bunte Bänder durch – „damit der Winter weiß, dass hier Freundlichkeit wohnt.“
Elise fuhr die Kante ab, prüfte mit ihrem kleinen Stoßfänger die Fixpunkte – piep, piep, piep – „genehmigt“.

Am Zaun blinkte Raseline ein langes E, das Mähschaf brummte eine dankbare Bahn – weniger Kanten, mehr Ruhe. Lara notierte: Schlussakkord: Stoff auf Stille. Tigerlein fotografierte die Plane im Gegenlicht; die Wolken spiegelten sich dunkelgrün wie eine zugeklappte Landkarte.


5) Tee, Teller & der Satz des Tages

Sie kehrten ins Haus zurück, die Hände riechend nach Gummi, Metall und sauberem Wasser. Uschi stellte Oolong und Sandwiches auf den Tisch; Kroko ergänzte eine Pfanne Bratkartoffelreste (die Allzweck-Antwort), dazu Gurke und Salz. Die Küchenkatzen nahmen wieder die Fensterbankloge – zwei kleine Leuchttürme für die Innenordnung.

„Resümee“, sagte der Hai, wischte sich die Flosse ab. „Wintercheck: vollständig, freundlich, dokumentiert.“
„Und versehen mit Erinnerung“, fügte der Waschbär hinzu und stellte die gerettete Gummiente auf den Küchenschrank. „Damit der Sommer weiß, wo er wieder anknüpfen darf.“

Stinkerle strich die letzte Etikette glatt, ohne Minzduft, lächelte und lehnte sich zurück. „Version Winter steht.“

Mozart schlug sein Notizbuch auf. Er hatte am Beckenrand zwischen Wind und Wasser zugehört und sprach nun, während die Bankerlampe warm wurde:

Man deckt den Sommer zu,

wie man einem Kind die Decke richtet—

nicht um ihn zu beenden,

sondern damit er gut wiederkommt.

Der Freitonast draußen wagte ein sanftes ding, Raseline blinkte E, das Mähschaf zog die Abendkurve.

Und der Pool lag still, sauber und sicher – ein Versprechen unter grüner Plane, das den Winter durchhält, damit im Frühling wieder Wasser Satzzeichen machen kann.