Uschis Plan: Lavendel & Stille
Uschi stand am Morgen vor dem Badezimmerschrank, sortierte ihre Badebomben nach Farbspektrum und Duftnote.
Sie entschied sich für:
Lavendel-Bergamotte (entspannend)
Gurken-Melisse-Maske (klärend)
Und ein prickelndes Fußbad mit Zitrone und Minze (weil sie's konnte).
„Heute gehört mir“, murmelte sie lächelnd. „Einmal durchatmen. Einfach sein.“
Sie ließ die Badewanne ein, legte ein weiches Handtuch bereit, schaltete leise Musik ein – französischer Jazz – und tauchte genüsslich unter.
Endlich Stille. Endlich nur ich und das Wasser.
Die erste Störung: Stinkerle tropft
Klopf. Klopf.
Die Badezimmertür öffnete sich einen Spalt.
„Uschi …?“
„Stinkerle? Was machst du hier?“
„Ich hab gestern die Steinmehlfuge gemischt … mit Begeisterung … und jetzt pellt sich mein Fell an den Pfoten. Darf ich nur kurz … den linken Arm einweichen?“
Uschi seufzte. „Na gut. Aber nur den Arm.“
Zehn Minuten später …
Klopf. Klopf.
Das Bad wird zur Waschanlage
„Ich hab Staub in den Barthaaren“, murmelte der Waschbär und kletterte auf den Badewannenrand.
„Meine Ohren klingen nach Pflasterbruch“, sagte der Leopard.
„Ich habe einen kleinen Zementklumpen auf der Schnauze“, erklärte der Tiger.
Und dann – kam auch der Hai.
„Ich bin nicht schmutzig. Ich bin … gründlich kalkuliert verstaubt. Und meine Schuppenstruktur leidet. Ich brauche exakt 12 Minuten im warmen Wasser.“
Uschi seufzte. Tief. Lang.
Dann rückte sie zur Seite.
Von Spa zu Schwimmbecken
Die Badewanne – ein stattliches Modell mit Löwenfüßen – verwandelte sich innerhalb von Minuten in eine Mischung aus Spa, Planschbecken und Glitzerschwimmschule.
Stinkerle hatte Glitzerbadesalz entdeckt („Ups, war das nicht deine Maske?“).
Der Waschbär seifte sich fröhlich mit Uschis Haarmaske ein.
Der Hai begann, kleine Wasserstrudel zu simulieren („Hydrodynamisches Training.“).
Die beiden Küchenkatzen lagen am Wannenrand und schnurrten in die Feuchtigkeit hinein.
Uschi … saß mittendrin. Und konnte nicht anders, als zu lachen.
Mozart in der Dampfkammer
Mozart hatte sich inzwischen mit einem Kräutertee ins Nebenzimmer zurückgezogen.
Er saß auf einem Hocker, die Tür einen Spalt offen, der warme Dampf zog an seinen Ohren vorbei.
„Früher war Ruhe … ruhiger“, murmelte er.
„Aber das hier … ist auch schön.“
Tigerlein kam dazu und setzte sich still neben ihn.
„Ich dachte, du willst filmen?“, fragte Mozart.
„Ich beobachte nur. Manche Szenen gehören nur den Beteiligten.“
Ein bunter Ausklang im Handtuchpalast
Am Abend lagen die Tiere – eingewickelt in Handtücher, eingecremt, gebürstet, gepudert – im Wohnzimmer.
Das Känguru hatte allen ein Glas Gurkenwasser serviert.
Lara legte ruhige Musik auf.
Der Hai verteilte kleine, exakt portionierte Pflegeproben.
Und Uschi … lehnte sich zurück.
„Es war nicht still. Aber es war schön.“
„Und sauber“, ergänzte Kroko, der sich mit einem Lappen das letzte bisschen Bausand von der Nase wischte.
„Du bist der schönste Nilpferd-Spa-Host, den ich kenne“, sagte der Waschbär und schmiegte sich an ihre Seite.
Ein Sonntag mit Herzschaum
Mozart notierte leise: „Selbstfürsorge kann laut sein. Wenn sie geteilt wird.“
Und so endete dieser Sonntag nicht wie geplant – aber vielleicht noch besser:
Mit dampfendem Herzen, warmem Wasser und dem schönsten Handtuchhaufen der Welt.