Die Faschingsidee des Jahres
Es war Rosenmontag, und überall in den Nachrichten liefen Berichte über die großen Karnevalsumzüge in Köln, Mainz und Düsseldorf. Die Tiere saßen gemütlich vor dem Fernseher, während eine fröhliche Blaskapelle aus den Lautsprechern tönte.
„Das ist doch unfair!“, rief das Känguru plötzlich und sprang empört auf. „Die haben alle riesige Wagen, Kamelle und Konfetti! Und was haben wir?“
„Einen Fernseher?“, schlug der Waschbär vor.
„Und einen Teller mit Krapfen?“, ergänzte Uschi.
Das Känguru fuchtelte wild mit den Pfoten. „Ja, aber keinen eigenen Umzug! Wieso sollten nur die Städte einen Faschingszug haben? Ich sage: Wir machen unseren eigenen!“
Der Hai schüttelte den Kopf. „Das klingt nach viel Arbeit.“
„Aber nach großem Spaß!“, rief Kroko begeistert.
„Und nach jeder Menge Süßigkeiten!“, fügte der Waschbär hinzu.
Mozart, der alte Bär, lächelte weise. „Nun gut. Ein echter Rosenmontagsumzug ist eine Tradition – und Traditionen sollte man pflegen. Also, meine Freunde… dann lasst uns einen bauen.“
Die Wagenbauer von Plüschhausen
Die Tiere stürzten sich voller Elan in die Vorbereitung.
Der Waschbär und das Känguru bauten aus großen Kartons die Festwagen. Sie malten sie bunt an, klebten Luftschlangen darauf und befestigten Räder aus alten Keksdosen.
„Mein Wagen wird der beste!“, verkündete das Känguru. „Ich nenne ihn den Känguru-Express!“
„Ich baue die Waschbär-Kamelle-Kanone!“, erklärte der Waschbär.
„Ich mache einen schicken Barockwagen!“, meinte Mozart und setzte sich eine dreieckige Faschingsmütze auf.
Währenddessen werkelten Uschi und Kroko in der Küche und bereiteten Süßigkeiten für den Kamellenregen vor.
„Denkst du wirklich, dass Hackfleischbällchen eine gute Kamelle sind?“, fragte Uschi und warf Kroko einen skeptischen Blick zu.
„Warum nicht?“, entgegnete das Krokodil. „Herzhaft ist auch lecker!“
„Aber vielleicht nicht als Wurfmaterial…“
Der große Start
Nach stundenlanger Vorbereitung war es so weit. Die Tiere stellten sich auf, die Wagen waren bereit, und der Hai übernahm feierlich die Moderation.
„Willkommen zum ersten großen Rosenmontagsumzug der Welt – direkt aus unserem Wohnzimmer!“
Tosender Applaus (zumindest stellten sich die Tiere das so vor).
Angeführt wurde der Umzug von Mozart, der auf seinem Barockwagen saß und feierlich winkte. Dahinter folgte das Känguru, das begeistert Kamelle in die Luft warf.
„Helau! Alaaf! Und sonst noch was!“
Der Waschbär schob stolz seine Kamelle-Kanone, die ein lautes Pffft! machte und eine Ladung Bonbons in die Menge schleuderte.
„Hey!“, rief Kroko, dem ein Bonbon an die Nase klatschte. „Vorsicht mit der Zielgenauigkeit!“
Das Chaos beginnt
Gerade als alles perfekt schien, passierte das Unglück.
Das Känguru war so begeistert am Kamelle-Werfen, dass es nicht auf seinen Wagen achtete. Und plötzlich – rumpel, polter! – fuhr der Känguru-Express direkt gegen den Sessel!
„Huch!“
Mozart konnte gerade noch ausweichen, doch der Waschbär hatte weniger Glück. Seine Kamelle-Kanone kippte um – und entlud sich mit einem lauten Peng! über Kroko.
„HMPF!“
Das Krokodil war nun mit einer dicken Schicht Bonbons bedeckt.
„Also wirklich…“, murmelte es. „Das ist eine Süßigkeitenkatastrophe.“
Uschi kicherte. „Aber eine leckere.“
Das süße Finale
Nach dem kleinen Crash war der Umzug zwar etwas… chaotisch, aber die Tiere hatten trotzdem jede Menge Spaß.
„Also gut“, seufzte der Hai. „Es war vielleicht nicht der eleganteste Faschingsumzug, aber…“
„Der beste!“, rief das Känguru.
„Definitiv der bunteste!“, meinte der Waschbär.
„Und einer mit extra viel Kamelle!“, fügte Kroko hinzu und kaute auf einem Bonbon.
Die Tiere lachten und setzten sich zusammen auf das Sofa. Draußen ging langsam die Sonne unter, während der Fernseher immer noch Bilder der großen Umzüge zeigte.
„Wir sollten das nächstes Jahr wiederholen“, sagte Uschi und nahm sich einen Krapfen.
Mozart nickte. „Aber vielleicht mit ein bisschen mehr Ordnung.“
„Ordnung?“, rief das Känguru empört. „Mozart, wir feiern Fasching, nicht eine Oper!“
Und so endete der erste große Rosenmontagsumzug der Plüschtierwelt – mit Kamelle, Krapfen und einer Menge guter Laune.