1) Noch einmal Grillwetter
Am Samstagvormittag stand Kroko auf der Terrasse und sah in den Himmel.
Blau.
Ein paar helle Wolken.
Angenehme Wärme.
Nicht zu heiß.
„Grill.“
Uschi sah von ihrem Kräuterkorb auf.
„Heute?“
„Heute.“
Lara nickte.
„Eigentlich perfekt.“
Kroko ging schon Richtung Tür.
„Wolf.“
Stinkerle, der gerade etwas aus dem Schuppen holen wollte, hörte das.
„Ich komme mit.“
Kroko blieb stehen.
„Warum?“
„Vielleicht hat Wolf noch Fragen wegen der Reparatur.“
Das war zumindest halbwegs plausibel.
Waschbär erschien sofort.
„Ich auch.“
Kroko sah ihn an.
„Warum?“
Waschbär dachte sehr angestrengt nach.
„Ich muss prüfen, ob die Küche nach unserer Rettungsaktion weiterhin strukturell stabil ist.“
Stinkerle sah ihn an.
„Du hast eine Schranktür geöffnet.“
„Teil der Inspektion.“
Kroko brummte.
„Kommt halt.“
2) Wolf freut sich wirklich
In der Metzgerei erkannte Wolf die drei sofort.
„Na, meine Sanitärtruppe!“
Stinkerle grinste.
„So dramatisch war es nicht.“
Waschbär trat einen Schritt vor.
„Nun ja.“
Wolf sah ihn an.
Waschbär legte eine Pfote auf die Brust.
„Als wir damals eintrafen, war die Lage bereits kritisch.“
Stinkerle schloss die Augen.
„Nein.“
„Feuchtigkeit unter der Spüle.“
„Ein paar Tropfen.“
„Ein unsichtbarer Feind.“
Wolf lachte.
Kroko sah sich derweil schon das Fleisch an.
Waschbär fuhr fort:
„Odin entdeckte die Gefahr. Dann kamen wir. Stinkerle analysierte die Dichtung. Ich überwachte das Umfeld.“
„Du hast in Schränke geschaut“, sagte Stinkerle.
„Gefahrenquellenanalyse.“
Wolf musste sich am Tresen abstützen.
„Ich glaube, ich schulde besonders dir etwas.“
Waschbär nickte würdevoll.
„Das sehe ich ähnlich.“
3) Schinken für die Helden
Wolf holte ein paar schöne Stücke für den Grill heraus.
Etwas Rind.
Etwas Schwein.
Ein paar Würstchen.
Kroko prüfte alles genau.
„Gut.“
Wolf packte.
Dann legte er ungefragt noch etwas dazu.
„Das hier geht aufs Haus.“
Kroko sah hin.
„Was?“
„Ein paar zusätzliche Würstchen. Und etwas von dem Schinken.“
Waschbär strahlte.
Wolf schnitt direkt drei dünne Scheiben ab.
„Probieren.“
Stinkerle nahm eine.
„Sehr gut.“
Kroko ebenfalls.
Er nickte sofort.
Waschbär nahm seine Scheibe mit großer Feierlichkeit.
„Für die Rettung.“
Wolf grinste.
„Genau. Für die Rettung.“
Stinkerle murmelte:
„Ich hätte ihn nicht mitnehmen sollen.“
4) Kroko hat diesmal Bargeld
Dann kam der Moment des Bezahlens.
Kroko war vorbereitet.
Sehr vorbereitet.
Er griff in seine Tasche.
„Diesmal Bargeld.“
Wolf hob die Augenbrauen.
„Extra dran gedacht?“
Kroko brummte.
„Ja.“
Er holte sein Portemonnaie heraus.
Öffnete es.
Suchte.
Stinkerle stand daneben.
Kroko zählte Scheine.
Dann Münzen.
„Moment.“
Stinkerle nahm bereits sein Smartphone.
Kroko sah auf.
„Was machst du?“
Stinkerle hielt es ans Terminal.
Piep.
Bezahlt.
Kroko starrte ihn an.
„Ich hatte Bargeld.“
„War schneller.“
„Ich war dabei.“
„Ich weiß.“
Wolf grinste breit.
Waschbär sagte:
„Die Flanellweg-Kreditkarte rettet erneut den Tag.“
Kroko steckte das Bargeld wieder ein.
„Brumm.“
5) Zurück mit Kartoffeln und Grillplan
Zu Hause standen noch die regionalen Kartoffeln vom Bauern bereit.
Kroko sah sie an.
„Pommes.“
Uschi kam dazu.
„Frisch?“
„Natürlich.“
Lara holte schon Salat und Gemüse.
Die Kartoffeln wurden geschält.
Dann in gleichmäßige Stifte geschnitten.
Waschbär wollte helfen.
„Ich kann geometrisch.“
Der Hai erschien.
„Gleichmäßige Stärke ist tatsächlich relevant.“
Kroko sah beide an.
„Dann macht.“
Der Hai nahm das sehr ernst.
Waschbär etwas weniger.
Am Ende waren die meisten Pommes erstaunlich gleichmäßig.
Einige von Waschbär waren eher „charaktervoll“.
6) Die Pommes werden vorbereitet
Kroko legte die geschnittenen Kartoffeln erst in kaltes Wasser.
Waschbär sah zu.
„Warum baden die?“
„Stärke runter.“
Der Hai nickte.
„Verbessert die Oberflächenstruktur beim Frittieren.“
Kroko trocknete die Stifte sehr gründlich.
Dann erste Frittierrunde bei niedrigerer Temperatur.
Nicht für Farbe.
Nur zum Garen.
Danach raus.
Abkühlen.
Dann später die zweite Runde heißer.
„Doppelt frittieren“, sagte Stinkerle.
„Besser.“
Kroko nickte.
„Außen knusprig. Innen weich.“
Der Hai wirkte zufrieden.
„Sauberer Prozess.“
7) Uschi und Lara machen den Salat
Während Kroko den Grill vorbereitete, kümmerten sich Uschi und Lara um einen großen Salat.
Blattsalat.
Tomaten aus dem Garten.
Gurke.
Paprika.
Radieschen.
Ein paar dünne Karottenstreifen.
Frische Kräuter.
Lara machte eine leichte Vinaigrette mit Senf, Honig und Zitrone.
Uschi probierte.
„Noch etwas Säure.“
Lara gab einen kleinen Spritzer dazu.
„Jetzt?“
„Perfekt.“
Waschbär kam vorbei.
„Darf ich Tomate?“
„Eine.“
Er nahm zwei.
Uschi sah ihn an.
Waschbär legte eine zurück.
8) Kroko am Grill
Der Grill war inzwischen heiß.
Kroko legte das Fleisch auf.
Sofort zischte es.
Würstchen an den Rand.
Die kräftigeren Stücke direkt über die Hitze.
Kroko arbeitete konzentriert.
Stinkerle brachte die fertigen Pommes aus der Küche.
Goldbraun.
Knusprig.
Noch heiß.
Kroko gab Salz darüber.
Waschbär nahm eine.
„Au!“
„Heiß“, sagte Stinkerle.
„Jetzt weiß ich es.“
Der Hai prüfte die Farbe.
„Sehr gleichmäßig.“
Kroko sah ihn an.
„Nicht analysieren. Essen.“
9) Der große Tisch
Am Abend wurde der große Tisch auf der Terrasse gedeckt.
Fleisch vom Grill.
Würstchen.
Frische Pommes.
Großer Salat.
Kräuterbutter.
Brot.
Ein paar Schälchen mit Saucen.
Das Känguru kam aus der Hängematte.
„Das ist ein sehr ernstzunehmendes Abendessen.“
Odin nickte.
„Ja.“
Der weiße Tiger probierte zuerst die Pommes.
„Sehr überzeugend.“
Kroko brummte zufrieden.
Waschbär erzählte natürlich noch einmal von der „Rettung der Wolf-Küche“.
Diesmal mit noch mehr Details.
„Das Wasser stand fast—“
Stinkerle unterbrach:
„Nein.“
„Symbolisch.“
„Auch nein.“
Wolf war nicht da, um es zu hören.
Zum Glück.
10) Ein schöner, einfacher Samstagabend
Später blieb alles lange auf dem Tisch.
Die Sonne stand tief.
Der Garten war ruhig.
Das Mähschaf hatte längst Feierabend.
Raseline ebenfalls.
Uschi lehnte sich zurück.
„Gut, dass wir heute noch mal gegrillt haben.“
Lara nickte.
„So ein Abend geht immer.“
Kroko sah auf die fast leeren Platten.
Er war zufrieden.
Sehr sogar.
Waschbär nahm die letzte Pommes.
„Für die Rettung.“
Stinkerle griff ebenfalls danach.
Zu spät.
Der Hai sah zu Kroko.
„Und das Bargeld?“
Kroko zog das Portemonnaie aus der Tasche.
„Immer noch da.“
Alle lachten.
Mozart sah über den großen Tisch und sagte:
„Manchmal beginnt ein guter Abend
mit einer spontanen Idee
und drei Tieren,
von denen zwei eigentlich gar nicht mitmussten.Dann wird aus einer kleinen Reparaturgeschichte
eine Heldensage,
aus vorbereitetem Bargeld eine unnötige Vorsichtsmaßnahme
und aus Kartoffeln aus dem Nachbarort
eine Schüssel voller goldener Pommes.Am Ende zählt ohnehin nur,
dass der Grill warm ist,
der Tisch voll,
die Sonne tief
und alle noch ein wenig sitzen bleiben wollen.Mehr braucht ein schöner Samstag
manchmal wirklich nicht.“