Die Idee zwischen Ventilator und Wassereis
Es war wieder einmal unerträglich heiß. Selbst die Eidechse auf dem Fensterbrett schwitzte.
Stinkerle lag auf dem Wohnzimmerteppich, einen Eiswürfel auf der Stirn, und seufzte:
„Hier unten ist es zu warm. Ich… ich muss da raus. Höher. Kühle Luft! Wenigstens zehn Grad weniger!“
„Dann nimm doch das Obergeschoss“, schlug das Känguru vor und kaute auf einem Stück gefrorener Ananas.
„Ich meine richtig hoch“, sagte Stinkerle. Und man konnte es sehen: Es zuckte in seinen Bastlerpfoten.
„Du willst doch nicht etwa… fliegen?“ fragte Uschi besorgt.
„Doch! Ich werde es wagen! Das Stinkerle steigt auf – mit dem Klimaballon-Mobil!“
Startvorbereitungen und eine Menge Luft
Im Garten werkelte Stinkerle stundenlang.
Waschbärli half beim Schnüren der Heliumballons (nach eigenen Angaben „ökologisch abbaubar“).
Der Hai überwachte den Aufbau – mit Checklisten und Sicherheitswarnungen.
„Das entspricht keiner bekannten DIN-Norm“, murmelte er.
„Innovation kennt keine DIN!“, rief Stinkerle.
Die Konstruktion: ein alter Gartenstuhl, befestigt an drei Dutzend Ballons, ein Mini-Ventilator zur Steuerung und ein aufklappbarer Sonnenschirm.
Mozart kam vorbei, betrachtete das Spektakel und sagte:
„Der Mensch war nie für den Himmel gedacht. Aber für gute Geschichten.“
Der Aufstieg
„Bereit für den Start!“ rief Stinkerle.
Alle standen im Kreis. Sogar Elise piepte aufgeregt.
Dann…
Zisch!
Ein letzter Luftstrom – und das Klimaballon-Mobil hob ab.
Erst zögerlich, dann flott, dann… zu flott.
„Ich steige! Ich sehe die Antenne! Ich sehe den Apfelbaum von oben! Ich sehe – AUA!“
Ein dumpfer Aufprall.
Das Mobil kippte zur Seite – und hängte sich samt Stinkerle am Dachfirst fest.
Rettung aus luftiger Höhe
„Waschbärliii! Hilfeeee!“, rief Stinkerle.
Waschbärli war bereits im Schuppen.
Mit Helm, Seil, Karabinerhaken, einem Banjo (warum auch immer) und einem ernsten Gesichtsausdruck.
„Ich hab mal ein YouTube-Video über Bergrettung gesehen. Es war auf Schwedisch, aber ich hab's gespürt.“
Der Aufstieg war waghalsig.
Er kletterte an der Regenrinne, sprang über das Dachfenster, balancierte am First entlang –
und reichte Stinkerle sanft die Pfote.
„Runterkommen ist schwerer als hochfliegen“, murmelte Waschbärli.
Zurück auf dem Boden der Tatsachen
Unten klatschten alle.
Uschi brachte Zitronenlimo.
Der Hai reichte ein Handtuch („Desinfiziert.“).
Mozart sagte: „Nicht der Himmel, sondern das Herz macht den Sommer erträglich.“
Stinkerle grinste.
„Okay, okay… vielleicht war’s etwas viel. Aber hey – ein bisschen Abenteuer schadet nicht.“
Waschbärli trank aus seiner Kletterflasche.
„Aber das nächste Mal vielleicht mit Fallschirm. Oder einem Bett.“
Abendwind und Einsicht
Am Abend saßen alle auf der Terrasse.
Der Wind war milder geworden.
Mozart las vor.
Uschi cremte sich mit Lavendellotion ein.
Das Känguru schaukelte in seiner Hängematte und summte etwas Australisches.
Stinkerle lag zufrieden auf dem Boden, eine Eiskompresse auf dem Kopf.
„Weißt du“, sagte er leise, „ich glaub, ich bastle als Nächstes einen Ventilator, der nicht fliegt.“
Und alle waren sich einig:
Manchmal ist es am schönsten, wenn man einfach da bleibt, wo die Limo ist.