22. Juni 2025 Sonnig Sommer 3 min

Uschis Beet und die Badewanne

Uschis Beet und die Badewanne

Ein Beet wie aus dem Bilderbuch

„Sonntage sind wie die weichen Pfoten eines Kätzchens“, murmelte Uschi, während sie sich den breitkrempigen Sonnenhut aufsetzte und barfüßig die Treppen hinunterstieg.

Der Garten lag noch im goldenen Morgenglanz. Ihr Beet – zwischen Lavendel, Minze und Ringelblumen – war der ganze Stolz der Nilpferddame. Zwischen den Reihen rankten sich Erdbeeren, zartrosa Cosmeen wippten im Wind, und sogar das Basilikum verströmte einen besonders sommerlichen Duft.

„Da stimmt doch was nicht“, sagte plötzlich eine Stimme hinter ihr.

Das Känguru. In Shorts, mit einer kleinen Harke.

„Die Bohnen sind zu dicht, Uschi. Da muss man durchlüften.“

„Was du meinst ist: du willst wieder deine anarchistischen Gartenmethoden anwenden“, lächelte Uschi.

„Pflanzen brauchen Freiheit!“, sagte das Känguru und holte eine Skizze hervor, auf der seine geplante Vertikalbegrünung mit Gurken und Bohnen über dem Gartenzaun reichte.


Gießen, Jäten, Sonnencreme

Während das Mähschaf friedlich an der Begrenzung entlangtuckerte, pflanzten die beiden neue Kapuzinerkresse, schnitten welke Blätter ab und verteilten sorgfältig duftenden Rindenmulch.

Der Hai kam kurz mit einem Zollstock vorbei, um die Pflanzabstände zu kontrollieren, bekam jedoch eine Tomate in die Hand gedrückt und wurde damit sanft aber bestimmt wieder verabschiedet.

„Das ist Uschis Reich“, sagte das Känguru, als der Hai mit erhobener Augenbraue abzog.
„Gießkannen statt Paragraphen.“


Sonnenhut gegen Mittagssonne

Gegen halb eins wurde es heiß.
Die Luft flirrte, das Vogelbad dampfte beinahe, und Kroko hatte bereits seinen Bauch mit einem feuchten Handtuch bedeckt und sich unter den großen Sonnenschirm gelegt.

Uschi verstaute ihre Gartenwerkzeuge in der kleinen Holzkiste.
„Jetzt ist Zeit für mich“, sagte sie milde.
„Für mein Spa. Mein Wohlfühl-Moment.“

„Du meinst: Zeit für Schaum, Duftkerzen und Meditationsmusik?“, grinste das Känguru.

„Genau das.“


Die geheime Kunst des Abschaltens

Das Badezimmer war Uschis kleiner Tempel.
Dort standen Duftöle in Reih und Glied, fein sortiert nach Stimmung.
Heute: Lavendel-Zitrone.

Der Wasserhahn füllte die Wanne mit samtig warmem Wasser, Schaumberge wuchsen heran wie Zuckerwatte.
Uschi stieg hinein, seufzte tief, setzte sich die Haarmaske auf und legte die beiden Gurkenscheiben bereit – gleich nach dem ersten Schluck Gurkenwasser.

Die Tür war zu. Ein Schild hing draußen: „Bitte nicht stören. Selbstliebe in Arbeit.“


Ein kurzer Zwischenfall

Natürlich dauerte es keine 15 Minuten, bis jemand anklopfte.
Stinkerle:
„Uschi? Wo ist das gute Handtuch mit den Flamingos?“

„In der Wäsche.“

„Ah. Und – darf ich das Lavendelöl nehmen für meine Motorradkette?“

„Wenn du ab morgen nach Wellness riechen willst, gerne“, kam es trocken zurück.


Abends im Wohnzimmer

Am Abend saßen alle Tiere im Wohnzimmer.
Die Sonne stand tief, der Himmel war glühend rosa, und im Garten duftete es noch leicht nach Kräutern und Frucht.

Uschi trug ihren frisch gewaschenen Kimono mit Blütenprint.

Das Känguru hatte einen Pflanzplan für den nächsten Sonntag auf einem Klemmbrett vorbereitet.

Der Hai fragte vorsichtig nach, ob man das Beet DIN-gerecht beschriften könne.

Und Mozart rezitierte ein Sommergedicht über Gartenglück und Barfußwege.


Ein Sonntag mit Seele

„Ich glaube“, sagte Lara leise, „dass wir alle ein bisschen von Uschi lernen könnten.“

„Mehr Obst, mehr Achtsamkeit, mehr Blütenpflege?“, fragte Tigerlein.

„Mehr davon, einfach zu sein“, sagte Mozart.

„Und sich selbst so zu mögen, wie man gerade duftet.“

Alle nickten.

Uschi schenkte sich einen letzten Schluck Lavendelwasser ein, schmunzelte –
und blickte in den Garten, der im Abendlicht glitzerte wie eine Erinnerung an einen besonders guten Tag.