25. Mai 2026 Sonnig Frühling 6 min

Pfingstmontag am Pool

Pfingstmontag am Pool

1) Ein Feiertag ohne Auftrag

Der Pfingstmontag begann ungewöhnlich still. Nicht leer, nicht langweilig – eher wie ein Tag, der schon beim Aufstehen sagte: Heute bitte langsam.

Die Sonne lag weich auf dem Garten, der Pool glitzerte zum ersten Mal richtig, und die Terrasse hatte diese neue Sommerordnung: Stühle etwas näher am Wasser, Handtücher bereit, Getränke im Schatten, nichts übertrieben, aber alles einladend.

Der Hai stand am Poolrand, Teststreifen in der Pfote.

„Wasserwerte stabil“, sagte er.

Das Känguru, das bereits in der Hängematte lag, hob eine Pfote. „Dann ist der Feiertag offiziell genehmigt.“

„Feiertage brauchen keine Genehmigung“, sagte Lara.

„In diesem Haus manchmal schon“, murmelte Waschbär.

Der Hai ignorierte das, sah noch einmal auf das Wasser und nickte zufrieden. „Pool nutzbar. Unter Beobachtung.“

„Natürlich“, sagte Uschi lächelnd. „Alles Schöne im Flanellweg ist unter Beobachtung.“


2) Gartenruhe mit Wasserblick

Der Vormittag verteilte sich ganz von selbst.

Uschi ging zuerst zu ihren Pflanzen. Sie sah nach dem Kräuterbeet, prüfte die Erde, zupfte hier und da etwas weg und freute sich über alles, was langsam kräftiger wurde. Der Schnittlauch stand frisch, das Maggikraut hatte fast schon wieder zu viel Selbstbewusstsein, und die kleinen Keimlinge wirkten nach den kühlen Nächten wieder beruhigt.

„Ihr macht das sehr gut“, sagte Uschi leise.

Waschbär saß am Poolrand und ließ vorsichtig eine Pfote über dem Wasser schweben, ohne sie hineinzutauchen. „Es sieht so klar aus, als wäre es noch unentschlossen.“

„Es ist Wasser“, sagte der Hai.

„Heute ist es Feiertagswasser.“

Mozart saß mit Tee an der Terrasse, Notizbuch offen, aber wie so oft schrieb er erst einmal nichts. Er hörte den Garten: Vogeljunge in den Häuschen, Flügelschläge, das leichte Summen von Raseline nebenan, das zufriedene Brummen des Mähschafs, das heute nur am Rand fuhr, als wolle es den Pooltag respektieren.

Odin kam später dazu, setzte sich ruhig in den Schatten und sagte nur: „Guter Platz.“

Mehr brauchte es nicht.


3) Kroko sorgt für Versorgung

Kroko war der Einzige, der Feiertagsruhe nie ganz mit Küchenruhe verwechselt. Schon am späten Vormittag begann er, Dinge vorzubereiten.

Nichts Schweres. Nichts Überladenes. Aber genug, damit der Tag nicht irgendwann in unkoordinierten Hunger kippt.

Er machte kleine Brote mit Kräuterbutter, schnitt Obst auf, stellte Käse und ein paar Reste vom Wochenende bereit, bereitete kalte Getränke vor und brummte zufrieden, wenn jemand vorbeikam und sich etwas nahm.

„Du kochst ja schon wieder“, sagte Lara.

„Ich verhindere nur Hunger“, sagte Kroko.

„Das ist deine Lebensmission“, sagte Waschbär.

„Eine gute.“

Am Mittag gab es eine leichte Runde: Salat, Baguette, etwas gegrilltes Gemüse vom Vortag, ein paar kleine Würstchen für die, die noch Vatertagsreste vermissten, und frische Kräuter aus dem Garten. Uschi brachte Schnittlauch dazu, und Kroko streute ihn mit großer Würde über die Schüsseln.

„Das ist direkt aus dem Beet“, sagte Uschi.

„Schmeckt man“, sagte Odin.

Der Hai nickte. „Kurze Lieferkette.“

Das Känguru hob den Kopf aus der Hängematte. „Endlich ein Versorgungssystem, das ich unterstützen kann.“


4) Der Pool wird Teil des Tages

Am Nachmittag wurde der Pool nicht groß eröffnet. Keine Zeremonie, kein Sprung, kein Theater. Es begann viel leiser.

Lara setzte sich an den Rand und hielt die Füße ins Wasser. Sie zog sie sofort wieder ein Stück zurück.

„Kühl!“

Der Hai nickte. „Erwartbar.“

„Aber schön“, sagte Lara und ließ die Füße wieder hinein.

Waschbär machte es ihr nach, nur deutlich dramatischer. „Oh! Das ist wie flüssiger Frühling!“

Stinkerle prüfte noch einmal die Technik und war sichtbar stolz, dass alles lief. „Pumpe stabil. Keine Lecks. Alles gut.“

Aus dem Terrassenhafen kam passend das Mähschaf-Brummen: „alles gut.“

Raseline antwortete von nebenan, als gehöre sie ebenfalls zum Pooltag.

Uschi setzte sich später mit einer Tasse Früchtetee dazu und ließ die Sonne auf ihr Gesicht fallen. Sie sagte lange nichts. Dann nur: „So darf es bleiben.“

Der weiße Tiger kam am Nachmittag kurz aus dem Büro. Er blieb auf der Terrasse stehen, sah den Pool, den Garten, die Tiere, den gedeckten Tisch.

„Ruhig“, sagte er.

„Ja“, sagte Mozart. „Heute ist ruhig.“

Der weiße Tiger setzte sich tatsächlich für eine Weile dazu.

Das war für alle eine kleine, stille Auszeichnung des Tages.


5) Abendessen im warmen Licht

Gegen Abend übernahm Kroko wieder richtig.

„Feiertag braucht Abschluss“, brummte er.

Diesmal machte er kein großes Grillfest, sondern ein entspanntes Abendessen: gebratene Kartoffeln, Kräuterquark, etwas Gemüse aus der Pfanne, ein paar kleine Grillreste, frisches Baguette, Salat und eine Schüssel Erdbeeren, die Uschi sofort zum Lächeln brachten.

„Nicht zu viel“, sagte Kroko. „Aber genug.“

„Das ist exakt die richtige Feiertagsphilosophie“, sagte Mozart.

Sie aßen auf der Terrasse, während das Licht langsam goldener wurde. Der Pool spiegelte den Himmel, und jedes Mal, wenn sich jemand bewegte, zitterte das Licht auf der Wasseroberfläche.

Das Känguru kam aus der Hängematte, setzte sich dazu und sagte: „Ich habe heute konsequent nichts geleistet.“

„Doch“, sagte Uschi. „Du warst da.“

Das Känguru überlegte kurz. „Das stimmt. Anwesenheit ist unterschätzt.“

Der Hai sah auf den Pool, dann auf den Tisch, dann auf die Tiere. „Feiertag erfolgreich.“

„Das klingt wie ein Abschlussbericht“, sagte Lara.

„Ist einer“, sagte der Hai.

Kroko legte noch Kartoffeln nach. „Dann ist der Bericht essbar.“


6) Ein leiser Feiertag bleibt zurück

Später wurde es kühler, aber nicht kalt. Niemand wollte sofort hinein. Die Küchenkatzen lagen am Wohnzimmerfenster, sonnten sich noch im letzten Licht und beobachteten die Terrasse. Zwischendurch waren sie vermutlich wieder bei Frau Nüsslein gewesen, aber niemand fragte. Sie wirkten zufrieden genug, um jede Antwort unnötig zu machen.

Uschi räumte nur das Nötigste ab. Lara trug die Gläser hinein. Stinkerle schaltete die Pooltechnik in den Abendmodus. Der Hai prüfte noch einmal, ob alles korrekt lief, aber diesmal ohne Anspannung.

Mozart blieb sitzen, bis der Himmel dunkler wurde.

„Schöner Feiertag“, sagte Odin.

„Ja“, sagte Uschi. „Sehr.“

Der Pool lag still im Garten, als wäre er schon lange dort und nicht erst seit diesem Wochenende wieder Teil des Hauses. Der Flanellweg war satt, warm und ruhig.

Mozart sah über das Wasser und sagte:

„Manche Feiertage brauchen kein Ereignis.
Sie brauchen nur Licht,
Wasser,
einen Tisch im Garten
und jemanden,
der rechtzeitig Essen macht.
Wenn ein Tag langsam vergeht
und niemand ihn festhalten muss,
dann hat er seinen Sinn
ganz von selbst erfüllt.“