Die ersten Sonnenstrahlen
Es war Freitag, und seit Tagen schien die Sonne.
„Vierzehn Grad!“, rief das Känguru begeistert und streckte die Nase zum Fenster hinaus. „Ich sage euch, das ist quasi SOMMER!“
„Es ist März“, korrigierte der Hai trocken.
„Sommer ist ein Zustand des Herzens!“, erklärte das Känguru feierlich.
Mozart, der alte Bär, sah von seiner Teetasse auf. „Vierzehn Grad sind in der Tat angenehm, aber ich würde nicht direkt in Badehosen herumlaufen.“
„Das würde ich gerne sehen“, murmelte der Waschbär und kicherte.
In diesem Moment klopfte es an der Tür.
„Ah!“, sagte Kroko. „Der alte Tiger ist da.“
Odins Rückkehr
Der alte Tiger Odin betrat das Wohnzimmer mit seiner gewohnten bedächtigen Art.
„Na, ihr jungen Narren, habt ihr euch vom Fasching erholt?“
„Erholt?“, fragte das Känguru empört. „Wir sind doch erst warmgelaufen!“
Odin schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Das habe ich befürchtet.“
Er setzte sich langsam auf seinen gewohnten Platz und sah nachdenklich nach draußen. „Wisst ihr, nach dem Fasching beginnt eine neue Zeit. Der Frühling kommt. Die Welt wird wieder wach.“
„Wenigstens einer redet hier mit Anstand“, murmelte der Hai.
Doch das Känguru hatte eine andere Idee. „WACH werden? Das klingt nach einem würdigen Abschluss!“
„Was hast du vor?“, fragte Uschi misstrauisch.
„Ganz einfach: Eine letzte, große Luftschlangen-Schlacht – draußen, in der Sonne!“
Das Chaos beginnt
Bevor jemand widersprechen konnte, rannte das Känguru nach draußen und warf mit bunten Luftschlangen um sich.
„Der Frühling kommt!“, rief es. „Und er soll wissen, dass wir Fasching nicht vergessen haben!“
Der Waschbär warf lachend mit Kamelle hinterher.
„Egal wie verrückt es ist, ich bin dabei!“, rief Kroko und zog Uschi mit nach draußen.
Mozart seufzte. „Und das nennen sie also Frühlingserwachen.“
„Ich werde es mir ansehen“, meinte Odin und stand langsam auf.
Draußen war das Chaos bereits perfekt.
Das Känguru hüpfte zwischen den Büschen herum, während der Waschbär versuchte, mit einem improvisierten Windstoß aus einem Pappdeckel Konfetti durch die Luft zu wirbeln.
Kroko baute aus den restlichen Faschingsdeko-Resten eine Art Festzelt aus Decken, während Uschi mit einer dampfenden Kanne Tee ankam.
Ein würdiger Abschluss
Der alte Tiger sah sich das Spektakel an und setzte sich auf eine sonnige Stelle im Garten.
„Weißt du, Känguru“, sagte er schließlich, „es gibt Zeiten, in denen man ausgelassen feiert, und Zeiten, in denen man das Erlebte genießen sollte.“
Das Känguru hielt inne. „Du meinst… jetzt einfach in der Sonne sitzen?“
Odin nickte.
„Hm.“ Das Känguru dachte nach. „Okay. Ich probiere das mal.“
Es setzte sich neben den alten Tiger, während die anderen weiter tobten.
Die Sonne wärmte ihr Fell, und für einen Moment war es einfach nur still.
Dann seufzte das Känguru. „Okay… das ist eigentlich ganz nett.“
„Manchmal muss man nicht rennen, um den Moment zu genießen“, meinte Odin.
Uschi stellte Tee auf den Tisch, der Hai lehnte sich zurück, und selbst der Waschbär legte eine Pause ein.
„Also gut“, sagte das Känguru schließlich. „Ich erkläre Fasching offiziell für beendet.“
„Bis nächstes Jahr“, ergänzte Mozart.
Die Tiere stießen mit Tee an.
Der Frühling war da – und mit ihm ein neuer Anfang.