02. Juli 2025 Sonnig Sommer 3 min

Abdichtung & Wasserversorgung

Abdichtung & Wasserversorgung

Ein Pool wächst über sich hinaus

„Hm“, brummte der Hai und zog nachdenklich eine seiner wasserfest laminierten Skizzen aus der Bauweste.
„Das war… nicht ganz so geplant.“

Was als gemütliche Schwallecke begonnen hatte – mit behaglicher Tiefe für Uschi, ein wenig Platz für Krokos Rückenlage und maximaler DIN-Tiefe von 110 cm – war nun zu einer stattlichen Wasserarena geworden.
Der Graben war gewachsen. Organisch. Tierisch. Euphorisch.

„Vielleicht“, murmelte Mozart, der neben ihm saß und die Szene skizzierte, „hat der Garten selbst entschieden, was er braucht.“
„Vielleicht“, murmelte der Hai, „hatte ich gestern zu viel Apfelschorle.“


Die große Folienverlegung

Stinkerle hatte eine riesige Rolle Poolfolie herangeschleppt, die er „aus der Werkstatt“ besorgt hatte.
„War mal für ein Dachprojekt, wurde nie gebraucht!“ rief er stolz.
„Oder war’s für ein Teich? Naja, ist ja ähnlich.“

Mit vereinten Kräften – was bei dieser Gruppe meist hieß: leicht chaotisch, aber sehr herzlich – wurde die Folie entrollt, gebügelt (mit Pfoten), entknittert (mit Nase und Schnauze) und ausgerichtet.
Waschbär tanzte beim Festdrücken der Kanten auf Zehenspitzen.
Uschi verteilte duftendes Lavendelöl auf Tüchern, „gegen die Aufregung“.
Das Känguru hielt die Folienecken fest, sang dabei Revolutionslieder.

Der Hai klebte indes ein Schild ans Gartenzaun-Tor:

POOLBAUZONE

Zutritt nur mit Pfotenwaschung & Maßband im Herzen.

– Der Hai, Bauleiter

„Was für eine Kombination“, murmelte Mozart leise.
„Genau deshalb funktioniert’s“, sagte Lara vom Küchenfenster aus.


Wasser marsch? Fast.

Die erste Schlauchverbindung wurde gelegt.
Kroko testete den Wasserdruck – er spritzte versehentlich das Känguru.
„Hey! Das war mein Revolutionshemd!“
„Jetzt ist’s ein Regenschirm“, grinste Kroko.

Stinkerle stellte eine große Skizze seines selbstgebauten Mini-Filtersystems auf.
„Das wird das Rückgrat des Pools. Mit feiner Membran und Kaffeefiltereinsatz.“

„Innovativ“, kommentierte der Hai.

„Improvisiert“, ergänzte Waschbär.

„Irgendwas mit i“, lachte Uschi.

Noch floss kein Wasser – aber der Plan stand. Und die Leitungen auch.


Haiku im Lavendelschatten

Mozart saß später mit Kroko im Schatten des Apfelbaums.
Vor sich ein kleines Notizbuch.
Er kritzelte, las leise, nickte.

„Wasser“, sagte er nachdenklich, „ist wie ein Gedicht. Nicht zu halten, aber voller Form.“
Kroko sah ihn fragend an.
„Du meinst: glitschig?“
„Eher: bedeutungsvoll. Ich schreibe Haikus.“
„Haikus… ist das was Japanisches?“
Mozart nickte.
„Drei Zeilen. 5-7-5 Silben. Eine Momentaufnahme der Welt.“

Er las einen vor:

Lavendelduft zieht

über glatte Folienhaut –

Sommer vor dem Sprung.

Kroko schnaufte anerkennend.
„Klingt fast wie ein Wetterbericht für Gefühle.“
„Das ist es vielleicht auch.“

Der Hai kam dazu.
„Das ist strukturell sehr… ungeplant.“
„Aber strukturiert“, erwiderte Mozart.
„Touché.“

Es folgte eine kleine Debatte – poetisch, philosophisch, aber herzlich.
Mozart sprach vom Fluss.
Der Hai von Vorgaben.
Am Ende lachten beide.


Zwei Tassen kalter Tee

Sie saßen nebeneinander.
Mozart, mit seinem Füller.
Der Hai, mit Lineal im Ohrwinkel.

Beide schauten über die noch leere Poolfolie, in der sich das Blau des Himmels spiegelte.
Es war still.

„Ein guter Tag“, sagte Mozart.
„Ein Tag in DIN 2.0“, sagte der Hai.

Sie stießen mit kaltem Tee an.