Ein Muster aus Steinen und Ideen
„Ich beginne mit der Sonne“, erklärte Waschbär feierlich, während er mit dem Pinsel eine spiralförmige Sonne auf einen großen flachen Stein malte, den Kroko morgens mit seiner Schnauze aus der Erde gewuchtet hatte.
„Warum die Sonne?“ fragte das Känguru, das mit einem Maßband über die Steine hüpfte.
„Weil’s gut anfängt. Sterne kommen später, dann Pfoten.“
Waschbär hatte sich eine bunte Palette zugelegt: Gelb, Türkis, Lavendel, ein Hauch von Gold.
Stinkerle mischte eifrig mit – „Mehr Glanz! Ein bisschen Metallic!“
Die bemalten Steine wurden kunstvoll um den Rand des Pools gelegt – teils wild, teils symmetrisch.
„Chaos mit System“, murmelte Mozart anerkennend, der alles mit Bleistift notierte.
Der Hai entdeckt die DLRG
Während Kroko die Tiefe mit einem Thermometer testete – „23,1 Grad! Noch nicht badereif, aber immerhin!“ – stand der Hai mit Tablet und Notizblock am Rand.
Er hatte sich in eine Broschüre der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) vertieft.
„Sie haben Vorschriften! Für Einstiegstreppen! Für Beckentiefe! Für Sicherheitsabstand!“
Seine Augen leuchteten.
„Das ist… fantastisch.“
Er begann sofort eine Liste:
- „Eintrittszone mit rutschfestem Untergrund“*,
- „Schattenbereich für empfindliche Tierarten“*,
- „Pfotenwaschstation!“*
„Willst du hier ein Prüfzeichen beantragen?“ fragte Lara trocken, als sie ihm kalten Tee brachte.
„Wenn es eines gibt – ja!“
Die Chill-Zone des Kängurus
Zwischen Apfelbaum und Gartenzaun installierte das Känguru drei bunte Hängematten.
„Die sozialistische Chill-Zone. Für alle. Jederzeit. Kollektives Entspannen.“
An einer der Hängematten befestigte es ein kleines Manifest.
„Jeder darf sich hängen lassen –
außer beim Aufbau.“
Tigerlein las es zweimal, grinste und nahm direkt das erste Interview für seinen Podcast auf.
„Wie fühlt es sich an, in einer Hängematte zu leben?“ fragte er Uschi.
„Wunderbar. Ein bisschen wie schweben, aber mit Rücksicht.“
Die Poolfolie – fast ein Drama
Beim Justieren des letzten Rands trat Kroko versehentlich auf eine Ecke der Folie.
Sie verrutschte mit einem schmatzenden Geräusch, Wasser spritzte, Stinkerle quietschte.
Ein kollektiver Aufschrei folgte – doch der Hai reagierte blitzschnell mit einem Maßband-Schlenker, Waschbär hielt die Folie, Mozart legte ein Buch auf die Kante.
„Stopp! Da!“ rief das Känguru und zog sie in Position.
Stille.
Dann: Gelächter.
Laut, warm, befreiend.
„Fast wäre es ein See geworden“, schnaufte Uschi.
„Ein sehr literarischer“, ergänzte Mozart.
Ein Schattenzelt für Stubentiger
Von der Küchenfensterbank aus hatten die Küchenkatzen das Treiben beobachtet.
Synchron, wie immer.
„Sie werden ins Wasser gehen“, sagte der Küchen-Tiger.
„Und sie werden nass sein“, sagte der Küchen-Leopard.
„Und sie werden tropfen“, ergänzten beide.
In einer stillen Besprechung beschlossen die beiden, einen Rückzugsort zu schaffen.
Ein Nicht-Nass-Bereich.
Mit einem leichten Stoffüberwurf, einer Melisse-Tee-Station und einem kleinen Thunfischcracker-Buffet (gestiftet von Kroko).
Am Abend stand er da, fein säuberlich im Schatten.
Ein Schild davor:
Stubentiger-Zelt – Zutritt nur trocken & mit Würde
Uschi nippte am Tee und seufzte:
„So schön kann Vielfalt sein.“